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Ein Tag auf dem Hausboot

Viel liest man über Einweisung, Boote und Charterbasen. Aber wie ist es eigentlich, wenn man mit einem Hausboot unterwegs ist? Familie Anton aus Hannover berichtet über einen ganz normalen Törntag – unspektakulär, aber schön.

Ankerbucht im Müritzarm
6 Uhr
Die Sonne blinkt durch die Dachluke, das sanfte Schaukeln des Boots knipst den Lichtstrahl an und aus. Umdrehen, Decke übern Kopp.

7.30 Uhr
Hinten im Hausboot rumort es. Die Kinder sind wach.

8 Uhr
Nach unserer morgendlichen Kuschelrunde schalte ich den Backofen an, um Brötchen aufzubacken. Dann den Wasserkessel aufsetzen und erst mal Kaffee machen. Die Kinder haben sich erst mal von der Badeplattform in die Müritz gestürzt, der Kleine mit Rettungsweste. Macht mehr Spaß als Waschen. Die Brötchen brauchen noch zehn Minuten, das reicht auch für mich für eine Runde Plantschen. Jan deckt auf dem großen Achterdeck den Frühstückstisch.

9 Uhr
Die Kinder räumen und waschen ab. Während Jan die Zeitung vom Vortag liest, überlege ich, was wir denn heute machen können. Ein Blick in den Törnplaner hilft: In Röbel ist heute Stadtfest. Da könnten wir auf dem Weg noch beim Fischer in Vipperow anhalten.

10 Uhr
Eigentlich wollten wir ja los, aber die Kinder sind noch mal baden. Wer hätte gedacht, dass man hier auch schnorcheln kann?

11 Uhr
Der Diesel springt ohne Zögern an. Anker hoch! Weil es eine mechanische Winde ist, geht Jan nach vorne kurbeln, während ich am Steuer bleibe.

Unterwegs
11.30 Uhr
Die Fahrt auf dem Müritzarm nach Norden ist gemütlich. Nur an der Straßenbrücke kurz vorm Fischer hören wir es hupen, da müssen wir wohl auf einen Entgegenkommer warten.

Vipperow
12 Uhr
Der Steg vom Fischer ist klein, aber er hält unseren Dampfer für die Mittagspause sicher fest. Der Aal ist noch warm vom Rauch, dazu gibt es Kartoffelsalat von gestern, hmmm.

Unterwegs
14 Uhr
Immer an den grünen Tonnen entlang tasten wir uns nach Röbel vor. Jan fährt, so können wir uns unter der warmen Dusche an Bord landfein machen. Den Rest der Fahrt machen die Kinder schon mal Disco mit dem Bordradio. Ich sitze oben bei Jan am Außenfahrstand und höre die Musik nur gedämpft. Wir schauen in die Landschaft, reden, schweigen.

15.30 Uhr
Das Salonfenster öffnet sich, jetzt wird die Musik laut. Die Große hat einen Tanz entworfen und macht ihn auf dem Achterdeck vor.

Stadthafen Röbel
16 Uhr
Anlegen in Röbel. Die Kinder vom Nachbarschiff nehmen unsere Leinen an und geben sie auch gleich wieder zurück, so dass wir sie bei uns an Bord festmachen können. Die sind auch mit einem gecharterten Boot unterwegs. Unsere gehen sogleich nach nebenan und begucken sich das andere Boot. Für Mama und Papa gibt es jetzt ein Anlegerbier aus dem Bordkühlschrank. Achterdeck, Füße auf die Reling, Blick auf den Hafen.

17 Uhr
Das Fest ist recht übersichtlich, die Kinder haben schon ausgekundschaftet, wo die beste Action ist und brauchen Taschengeld. Mit je sechs Euro und der Mahnung, das Abendessen nicht vorweg zu nehmen, zwitschern sie ab. Jan hat als Ausgleich zum rustikalen Mittag einen Besuch im Restaurant vorgeschlagen. Den Tipp haben wir wiederum aus dem Törnplaner. Wir bestellen einen Tisch mit Blick aufs Boot.

18 Uhr
Der Supermarkt gleich am Hafen wird noch für ein paar Einkäufe genutzt. Der kleine Hackenporsche, den wir an der Basis besorgt haben, entpuppt sich als richtiger Packesel.

21 Uhr
Das Essen im Seestern war nicht billig, aber lecker und die Bedienung gediegen. Satt und zufrieden schlendern wir an der Uferpromenade zum Hafen zurück, schicken die Kinder in die Koje und setzen uns mit einem Verdauungsobstler auf den Bug. Die Abendsonne färbt die umgebenden weißen Bootsrümpfe rot und unsere Stimmung romantisch.

Boot: Kormoran 1140 (6 + 2 Personen)
Vercharterer: Kuhnle-Tours
Basis: Hafendorf Müritz
Mehr Infos: www.kuhnle-tours.de
Telefon (03 98 23) 2 66-0

Eine Woche auf dem Hausboot

Wie sind Ferien auf dem Hausboot in Wirklichkeit? Nur blaues Wasser, blauer Himmel und Sonne? Tagebuch eines Familientörns im Sommer.

Von Josephine Bartels

„Karibik“ – „Radtour“ – „Bergwandern“ – Ewig war nicht klar, was wir in diesen Sommerferien machen wollen, wie immer gibt es da so eine gewisse Diskrepanz zwischen Wünschen und den zur Umsetzung bereitstehenden Mitteln. Eine Woche vor dem letzten Schultag entdecken wir im Internet ein Zwei-Kabinen-Hausboot für eine Woche zum Last-Minute-Tarif. Bingo!

Am Samstagmorgen packen wir drei in Ruhe, es ist sowieso Sturm angesagt, deswegen haben wir es nicht eilig, an die verregnete Basis nach Stralsund zu kommen. Auf dem Weg dorthin stürmen wir noch schnell einen Supermarkt. Während ich den Einkaufszettel in einen vollen Trolley verwandele, gehen Vater und Sohn zum Friseur und besorgen noch schnell einen Filter für den neuen Fotoapparat.

Die Einweisung ist schnell erledigt, von Stralsund aus geht es auf den Bodden und da herrscht Führerscheinpflicht. Das ist auf Binnengewässern anders, da ersetzt eine dreistündige Einweisung den Bootsführerschein. Na, wir hatten so eine Kormoran 1140 schon einmal in Masuren und brauchen nur etwas Revierorientierung. Zum Abendessen lassen wir uns im Restaurant gegenüber der Basis verpflegen. Ist auch eine gute Gelegenheit, die nassen Regenjacken zu trocknen. Am nächsten Morgen frühstücken wir erst mal ganz in Ruhe und gucken uns durchs Salonfenster den Regen und dann über das W-Lan-System des Hafens die Homepage vom nächsten Kino an. Jonas hängt den Akku seines ferngesteuerten Modellboots ans Bordnetz, als ich resigniert zum Regen hingucke, belehrt mich mein Sohn pfadfindermäßig: „Immer vorbereitet sein. Hoffnung niemals aufgeben!“. Als wir aus der Mittagsvorstellung vom Kino kommen, hat der Wind schon nachgelassen und sooo doll ist der Regen auch nicht mehr. Grund genug auszulaufen und nach einer Stunde in einer regenfreien Bucht zu ankern und den Grill anzuheizen. Brötchenservice ist am Ankerplatz natürlich nicht, aber Aufbackbrötchen sind zum Frühstück auch okay.

Seezeichen weisen verschlungenen Pfad

Auch der Montag beginnt regnerisch. Das Modellboot bleibt auf dem Trockenen. Zum Frühstück hören wir Französisch-Lektionen per iPod (die meisten Boote von Kuhnle-Tours haben Anschlüsse für ipod und MP3 Player). Mittags muss Jonas noch ein Matherätsel lösen und wieso kann ein Bootskind eigentlich keine Klampe belegen? Nach fünf Minuten sind alle Bootsklampen mit ordentlichen Kopfschlägen verziert, wenn wir das nächste Mal einlaufen, kann ich gemütlich liegen bleiben, denn die Jungs schaffen das auch alleine. Nachmittags kommt endlich die Sonne raus und damit unser Anker auf Grund, die Taucherflossen aus dem Staufach unter der Koje und alle ins Wasser. Herrlich!

Nach der Badepause faulenzen wir auf unserer einsamen Badeinsel im Bodden, das Modellboot zieht Kreise um meine Luftmatratze. Nur mein Mann ist fleißig: Er liest die Bedienungsanleitung der neuen Kamera, bis er verzweifelt nach einem Bier verlangt. Abends versuchen wir, uns zu dritt das Pokern beizubringen. Dienstag: Vor der morgendlichen Brückenöffnung müssen wir ein Stündchen kreisen. Gute Gelegenheit, die neue Kamera auszuprobieren, die Brücke hält ja still. Was hatte der Einweiser an der Basis doch gleich gesagt? „Ganz genau auf die Tonnen achten!“ Und wirklich: Auf der weitläufigen Wasserfläche des Boddens weisen jede Menge grüne und rote Seezeichen einen verschlungenen Pfad. Das Echolot piepst hilfsbereit, sobald wir vom rechten Weg abkommen. Ganz schön anstrengend, so präzise zu steuern. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Hafen Althagen auf dem Fischland.

Den großen Landausflug mit den Fahrrädern heben wir uns für den nächsten Tag auf (Fahrräder kann man selbst mitbringen oder an der Basis ausleihen). Während Jonas und ich zum Plantschen, Buddeln und Faulenzen nur kurz an den Ostseestrand auf der anderen Seite der Halbinsel radeln, düst mein Mann zwei Stunden lang mit einer Apfelschorlenpause an Strand und Feldern entlang. Glücklich und erschöpft treffen wir uns im Eiscafé wieder. Auf dem Rückweg zum Boot versorgen wir uns mit frisch geräucherten Flundern und Proviant für den Fahrradausflug zum Leuchtturm Darßer Ort. Mittwoch: „Das sind nur zehn Kilometer“, verspricht der radelfreudige Papa seinem misstrauischen Sohn. „Du bist mit Stützrädern schon 40 an einem Tag gefahren, das schaffst du locker“ motiviert er ihn mit lauter Stimme, so dass auch meine Zweifel verfliegen. Sie kommen erst am Abend wieder, als wir nach dem Besuch von Leuchtturm und dazugehörigem Naturkundemuseum völlig erschöpft wieder in die Salonpolster unserer Kormoran sinken. Wenn das nur 20 Kilometer waren, wieso haben wir dann den ganzen Tag dafür gebraucht???

Stockbrot am Lagerfeuer

Am Donnerstag briest es nach dem Ablegen auf. Jonas steht in Badehose vorne am Bug und quietscht bei jeder Welle, die die Kormoran mit einer Gischtwolke nimmt, auf. „Gut, dass er quiekt“, bemerkt mein Mann trocken, „dann wissen wir, dass er noch da ist.“ Kaum fünf Minuten später kommt Jonas strahlend vor Glück und bis auf die Haus nass nach achtern. Kurz unter die warme Dusche und dann gibt es Käpt’n Kunis Hausboot-Käsekuchen, das Rezept stand im Bordmagazin Fluvius, was einmal im Jahr bei Vercharterer Kuhnle-Tours erscheint. Ein kleines Aluboot kommt von hinten auf, ob wir ihm mit Benzin aushelfen könnten, fragt der Skipper. Als wir verneinen, eine Kormoran fährt ja mit Diesel, gibt er sich als Segellehrer zu erkennen und bittet uns, ihn bis zu einem versprengten Schüler in Schlepp zu nehmen. Er hängt gar nicht mal lange an unserer achteren Backbordklampe, da wirft er auch schon wieder los, mit dem Versprechen, uns einen auszugeben, wenn wir in seinen Hafen einlaufen.

Der nächste Hafen ist idyllisch und fast leer. Der Hafenmeister kommt gerade mit einem Traditionssegler rein und will das Liegegeld erst morgen haben. Ein Lagerfeuer brennt trotzdem schon, mein Mann flitzt mit dem Rad zum Einkaufen und als er wiederkommt, haben Jonas und ich schon stockbrotröstend mit einer anderen Crew Freundschaft geschlossen. Außerdem kommt noch ein netter Opa mit einem Modellboot zum Hafen, der seine Fernbedienung großzügig Jonas überlässt und ihm eine ganze Reihe Tipps für sein etwas störanfälliges Modellboot gibt. Ich genieße derweil das große Bier vom Segellehrer. Auf der Wiese neben unserem Liegeplatz ist eine Bühne aufgebaut, auf der eine dreiköpfige wandernde Theatergruppe abends ein Stück aufführt. Natürlich kaufen wir Karten, nehmen auf Gartenstühlen unter klarem blauen Abendhimmel Platz und genießen das Stück und die Pause – einen so kurzen Weg zum Klo hatten wir nie. So bleibt Zeit, den Theaterleuten noch ein Tütchen Erdnüsse abzukaufen, den lauwarmen Weißwein verschmähen wir allerdings, schließlich ist unser Kühlschrank mit kaltem Chardonnay nur ein paar Schritte entfernt. Der Freitag ist für die Rückfahrt zur Basis reserviert, Tonnen gucken, auf die Brückenöffnung warten, alles schon Routine.

Kurz vor Stralsund ankern wir in der Bucht vom ersten Abend, die letzte Nacht wollen wir nicht im quirligen Yachthafen, sondern noch mal im stillen Abendlicht verbringen. Wir braten die letzten Würstchen und futtern die Vorräte auf, damit wir weniger Gepäck ins Auto zu tragen haben. Was macht man also in so einer Woche auf dem Hausboot? Ein bisschen Museum, ein bisschen Fahrrad fahren, viel Nichtstun, Baden und Gegrilltes essen. „Weißt du Mama“, sagt Jonas mit Blick auf sein Modellboot, „viel anderes hätten wir in der Karibik auch nicht gemacht, nur dass ich mein Boot da nicht hätte einpacken dürfen.“

 

Informationen zum Revier:

Bodden nennt man Gewässer, die zwar schon Ostsee sind, jedoch von Inseln oder Sandbänken vor großem Wellengang geschützt sind. Jonas und seine Eltern sind von Stralsund aus nach Westen in die Bodden eingelaufen, die zwischen der Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst und dem Festland bei Ribnitz-Damgarten und Barth liegen. Einziges Hindernis auf diesem Revier ist die Meiningenbrücke, von der ein Teil gedreht, der andere jedoch mit beweglichen Pontons zur Seite geschwenkt wird. Deshalb öffnet die Brücke nur einmal morgens und einmal abends. Schleusen gibt es nicht, die Gezeiten sind minimal, beachtenswerte Strömung ist auch nicht vorhanden.

Acht geben muss man einzig auf die vielen flachen Stellen zwischen Barther und Bodstedter Bodden, der Fahrweg ist jedoch gut betonnt. Für Boote mit mehr als 3,76 kW (5 PS), wie die Kormoran 1140, ist der Sportbootführerschein See erforderlich.

Boot: Kormoran 1140 (6 + 2 Personen)
Vercharterer: Kuhnle-Tours
Basis: Stralsund 
Mehr Infos: www.kuhnle-tours.de
Telefon (03 98 23) 2 66-0

Kontakt

KUHNLE-TOURS GmbH

Hafendorf Müritz
17248 Rechlin (Müritz)

Telefon: +49 (0)39823 2660

Internet: www.kuhnle-tours.de

Führerscheinfrei mit dem Hausboot durch Deutschland

Nach einer Einweisung bei der Bootsübernahme können Sie über 700 Kilometer deutscher Wasserstraßen befahren. Alle wichtigen Informationen und eine kompakte Broschüre zum Download halten wir für Sie bereit.

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Die deutsche Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bietet Nachrichten, Pegelstände und viele weitere wertvolle Informationen für die Binnenschifffahrt an. Dazu gehören auch die Wasserstände und Informationen für die Freizeitschifffahrt.

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